literatur pinselpark    


  Home
Zum Autor
Sitemap/Inhalt
Vorherige Seite
   
  Suche /Wörterbuch
Forum
Mail
Seite weiterempfehlen

Drucken
Disclaimer
Wichtige Downloads

 

Fouque Friedrich de la Motte

Gebet

Du Urquell aller Güte,
Du Urquell aller Macht,
Lindhauchend aus der Blüte,
Hochdonnernd aus der Schlacht.

Allwärts ist dir bereitet
Ein Tempel und ein Fest,
Allwärts von dir geleitet,
Wer gern sich leiten läßt.

Du siehst in dies mein Herze,
Kennst seine Lust und Not,
Mild winkt der Heimat Kerze,
Kühn ruft glorwürd'ger Tod.

Mit mir in eins zusammen
schlingt hier sich Kindes Huld,
Und draußen leuchten Flammen
Abbrennend Schmach und Schuld.

Bereit bin ich zu sterben
Im Kampf der Ahnen wert,
Nur sicher' vor Verderben
Mir Weib und Kind am Herd.

Dein ist in mir die Liebe,
Die diesen beiden quillt,
Dein auch sind mut'ge Triebe
davon die Brust mir schwillt.

Kann es sich mild gestalten,
So laß es Herr gescheh'n,
Den Frieden fürder walten
Und Sitt' und Ruh' besteh'n.

Wo nicht, so gib zum Werke
Uns Licht in Sturmesnacht,
Du ew'ge Lieb' und Stärke.
Dein Wollen sei vollbracht.

Wohin du mich willst haben,
Mein Herr! ich steh' bereit.
Zu frommen Liebesgaben
Wie auch zum wackern Streit.

Dein Bot' in Schlacht und Reise,
Dein Bot' im stillen Haus,
Ruh' ich auf alle Weise
Doch einst im Himmel aus.

Melodie: Franz Schubert (1797-1828), D. 815 (1824).