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Fouque Friedrich de la Motte

Der Schäfer und der Reiter

Ein Schäfer saß im Grünen,
Sein Liebchen süß im Arm,
Durch Buchenwipfel schienen
Der Sonne Strahlen warm.

Sie kosten froh und heiter
Von Liebeständelei.
Da ritt, bewehrt, ein Reiter
Den Glücklichen vorbei.

»Sitz ab und suche Kühle«,
Rief ihm der Schäfer zu,
»Des Mittags nahe Schwüle
Gebietet stille Ruh'.

Noch lacht im Morgenglanze
So Strauch als Blume hier,
Und Liebchen pflückt zum Kranze
Die schönsten Blüten dir.«

Da sprach der finstre Reiter:
»Nie hält mich Wald und Flur;
Mich treibt mein Schicksal weiter,
Und ach, mein ernster Schwur.

Ich gab mein junges Leben
Dahin um schnöden Sold,
Glück kann ich nicht erstreben
Nur höchstens Ruhm und Gold.

Drum schnell, mein Roß, und trabe
Vorbei wo Blumen blühn,
Einst lohnt wohl Ruh im Grabe
Des Kämpfenden Bemühn.«

Melode: Franz Schubert (1797-1828), D. 517 (1817)